DIE SÜDAMERIKANISCHEN KLEINKAMELIDEN

Lamas gehören zu der zoologischen Familie der Kameliden. Das Ur-Kamel (procamelus) entstand vor 11 bis 14 Mio Jahren in Nordamerika, von dort aus ist es nach Asien und vor 5 Mio Jahren nach Südamerika gewandert und darauf hin in seiner alten Heimat ausgestorben.

Die genaue zoologische Klassifikation sieht so aus: Ordnung - Paarhufer (Artiodactyla), Unterordnung - Schwielensohler (Tylopoda), Familie - Kamele (Camelidae), Gattung Lamas (Lama).

Diese werden weiter unterteilt in zwei Arten: Die Vicuñas (Lama vicugna) und die Guanacos (Lama guanicoe). Dazu kommen die zwei seit 7 bis 8000 Jahren domestizierten Formen: die Lamas (Lama glama) und die Alpakas (Lama pacos).

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Die Wolle der Vicuñas, der kleinsten und seltensten Kleinkameliden, gehört zu den feinsten tierischen Fasern überhaupt. Bis in die 60er Jahre wurden sie dafür gejagt und sind dadurch fast ausgestorben. Nach drakonischen Schutzmassnahmen hat sich der Bestand heute wieder etwas erholt. In manchen Gegenden Perus werden neuerdings wild lebende Gruppen, wie zu Zeiten der Inkas, periodisch eingefangen und geschoren. Sie gelten als zu scheu um domestiziert zu werden.

DIE GUANACOS

Die grösseren Guanacos sind ebenfalls geschützt, aber nicht so stark gefährdet wie die Vicuñas. Zwischen Ekuador und Patagonien werden vier Untertypen beschrieben, die sich sehr ähneln, aber unterschiedlich gross sind.

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Hier ein Guanaco (links) in
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Bei den meist leicht bewollten Lamas, die schon seit Generationen in Europa in Zoos etc. beheimatet sind, findet man einen erheblichen Anteil an Guanaco-Einkreuzungen. Manchmal kann man dies noch an der Farbe, meist aber am Verhalten erkennen.

DIE LAMAS

Die Lamas sind unbestritten die domestizierte Form der Guanacos. Seit Urzeiten die Packtiere der Anden sind sie die Kleinkameliden, welche dem Mensch am nähesten stehen. Sehr variabel in Farbe, Grösse und Bewollung wird in ihrer kargen Heimat auch die Wolle und das Fleisch verwertet.

Da die Lamas im Altiplano, durch die Abwanderung der Bauern in die Städte, oder deren Beschäftigung als Minenarbeiter, aber zunehmend ihre Bedeutung als Transportmittel verlieren, werden sie immer weniger gezielt gezüchtet und selektioniert, wodurch ihre angestammten Qualitäten, das Resultat von Jahrtausenden züchterischer Arbeit, rapide degenerieren.

Der Bestand ist zwar noch nicht beängstigend klein, aber auch immer wieder Seuchen und durch Klimaschwankungen bedingtem Futter- und Wassermangel ausgesetzt

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Das Lama erfreut sich in Europa und Nordamerika wachsender Beliebtheit als Landschaftspfleger und Freizeittier. Durch seine vergleichsweise einfache Haltung und seinen angenehmen Charakter dürfte ihm in seiner neuen Heimat ein fester Platz sicher sein.>> Lamas

Unten: Auch im Europäischen Winter fühlen sich die Lams pudelwohl

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DIE ALPAKAS

Die Wissenschafter streiten darüber ob das Alpaka vom Guanako oder vom Vikuña abstammt. Die Ähnlichkeit eines geschorenen Alpakas mit letzterem ist jedoch nicht zu übersehen. Das Alpaka ist das Schaf der Anden. Seine äusserst feine Wolle hat es, zumindest in Peru und in etwas beschränkterem Ausmass auch in Bolivien vor dem Schicksal der Lamas bewahrt. Sein Fleisch spielt eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Bevölkerung des Hochlandes.

"Huacaya" Alpakas im peruanischen Hochland

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Trotz der Anstrengungen der peruanischen Wollindustrie und der grossen, staatlich geförderten Züchter-Kooperativen, scheint es jedoch nicht zu gelingen die Produktion qualitativ und quantitativ auf das Niveau zu bringen, dass die internationalen Verarbeiter und Käufer erwarten. Einige australische Grossfarmer versuchen in diese Lücke zu springen und ihre Erfahrung mit den Merinos-Schafen auf die Alpakas anzuwenden.

Australische Einkäufer in "Accoyo", der bekanntesten und teuersten Alpaka-Farm Perus

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Auch die Alpakas haben einen gewissen Erfolg als Hobby- und Freizeittiere. Obwohl widerspenstiger als die grösseren Lamas, scheint der, bei uns eher unrealistische, "Nutztier-Aspekt" dieser Kleinkameliden einige Investoren zu motivieren zum Teil sehr hohe Preise für die Tiere mit der besten Wolle zu bezahlen.>>Alpakas

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