Als die stark bewollten Lamas vor 15 Jahren zum ersten Mal in Europa auftauchten wurden sie als Alpakaverschnitte verunglimpft. Das hat sich inzwischen gelegt und etliche der damaligen Kritiker haben inzwischen selbst Woolies erworben oder sogar importiert.

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DIE LAMAS

Bei den Lamas unterscheidet man heute zwischen leicht, mittel und stark bewollten Tieren. Ursprünglich gab es zahlreiche lokale Typen, aber wirklich definierte Rassen mit klaren Merkmalen und Farben sind nie gezüchtet worden.

Die manchmal benutzte Unterteilung der Typen in "Ccara Sullo", "Tapada" und "Lanuda" scheint in den Ursprungsländern, wo eine grosse Zahl von lokalen Namen angewendet werden, weitgehend unbekannt zu sein. Auch in Europa ist man eher davon abgekommen.>>Wolltypen bei den Wooly Lamas.

Keine der Kleinkameliden-Arten ist übrigens je für eine Milchproduktion, die über die Bedürfnisse der Jungtiere hinaus gehen würde, selektioniert worden. Der Grund dazu liegt wahrscheinlich im kargen Futterangebot. Schon so kriegen die Stuten im Altiplano oft statt jährlich nur alle zwei Jahre ein Junges. >> Die Zucht

Obwohl es in Südamerika nach Hauptnutzen (Transport, Wolle, Fleisch) selektionierte Untertypen gab und gibt, bleibt das Lama ein Mehrzwecktier, d.h. die Art der Bewollung, zum Beispiel, sagt nichts über die Eignung als Packtier aus und auch die gröbste Wolle kann noch zu Seilen verarbeitet werden. Geschlachtet werden sie in ihrer Heimat sowieso alle.

DIE LEICHT BEWOLLTEN (KLASSISCHEN) LAMAS

Dieser Typ ist in Europa am verbreitetsten und war ursprünglich der grösste und kräftigste. Durch das fortschreitende Entfallen der Packtierfunktion in Südamerika, von Europa gar nicht zu reden, wurden die Lamas ab der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts immer kleiner: von einer durchschnittlichen Grösse von 115-140 cm Stockmass (Schulterhöhe) hinunter zu 97-115 cm (Untersuchungen in Peru in den 60er Jahren).

Der ursprüngliche Typ ist grossrahmig, der Kopf kräftig und mehr oder weniger ramsnasig mit grossen, leicht bis stark geschwungenen Ohren. Die Bewollung ist spärlich, das grobe Deckhaar dominiert klar die relativ kurze Unterwolle.

DIE MITTEL BEWOLLTEN LAMAS

Dieser nicht ganz klar definierte Typ liegt, wie sein Name sagt, zwischen den beiden Grundtypen, in verschiedenen Varianten.

DIE STARK BEWOLLTEN LAMAS (WOOLY LAMAS)

Seit 1991 sind die Woll-Lamas die Spezialität des Blauen Bergs. Sie sind in Europa noch relativ selten, aber auf dem Vormarsch. In den USA sind sie seit langem die geschätzteste Variante der Lamas. Sie verbinden Eleganz und Ausstrahlung mit dem sanftesten Wesen aller Kleinkameliden.

Die Wooly-Lamas sind etwas kleiner als die ursprünglichen Klassik-Lamas. Schulterhöhe 100 - 120 cm. Ihr Körperbau ist harmonisch, kompakt und möglichst quadratisch. Die Bananenform der Ohren ist ausgeprägt bis stark ausgeprägt. Der Kopf ist elegant, nicht ramsnasig (gewölbte Nasenoberkante).

Die Bewollung bedeckt im Idealfall das Tier von Kopf bis Fuss, meist sind auch die Ohren befiedert. Das Gesicht soll hingegen frei bleiben. Die Unterwolle dominiert. Es gibt verschiedene Untertypen mit unterschiedlicher Wollstruktur. Gewicht 120 - 150 kg, selten auch mehr.

Archäologische Ausgrabungen haben ergeben, dass schon vor der Invasion der Spanier leicht bewollte Lamas und Woll-Lamas neben den Alpakas existierten. Die Wolle von manchen gut erhaltenen tausendjährigen Lama-Mumien soll ausserordentlich fein sein.

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Der Kopf ist unbewollt, der Hals nur wenig mehr, mit einer markanten groben Mähne im Nacken. Am meist rechteckigen Rumpf ist die Bewollung ausgeprägt, die Beine wiederum sind kurzhaarig. Durchschnittliche Schulterhöhe 110 - 130 cm. Gewicht 120 bis über 200 kg (in den USA).

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